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Auf meinen Blog finden sich hauptsächlich Rezensionen zu Jugenbüchern, Thrillern und Fantasy Romanen! :)

Das Testament der Jessie Lamb - Jane Rogers [Rezension]

Bildquelle

Verlag: Heyne Verlag
Taschenbuch: 384 Seiten
ISBN: 978-3453314856
Originaltitel: The Testament of Jessie Lamb
Preis: 14,99 Euro
Buch direkt kaufen: AmazonVerlag
Zur Verlagsseite: Hier


 

 

 

Die junge Jessie Lamb und der Rest der Weltbevölkerung haben MTS. Gefährlich wird dieser Virus aber erst für Frauen, wenn diese schwanger werden, dann zerfrisst MTS deren Gehirn und Mutter und Kind sterben qualvoll. Sollte nicht bald ein Heilmittel gefunden werden, steht die Menschheit vor dem Aus.
 
Die Wissenschaftler suchen auf Hochtouren nach einer Lösung und mit den "schlafenden Schönen" scheint schon einmal ein Anfang gefunden. Junge Schwangere werden in ein künstliches Koma versetzt und mit bestimmten Medikamenten behandelt, die das Kind vor den Auswirkungen des Virus schützen - der Tod der Mutter ist trotzdem unabkömmlich. Somit scheint es doch noch Hoffnung zu geben, doch dieses Unterfangen zieht auch Gegner auf den Schirm, die vehement protestieren.
 
Jessie beschließt für sich selbst ein großes Opfer zu bringen, um der Menschheit eine Chance zu geben...
 
 
 
 
Als ich den Klappentext gelesen habe, war ich sofort begeistert. Natürlich MUSSTE dieses Buch daraufhin gelesen werde. Was habe ich mir versprochen? Ganz klar: Eigentlich eine typische Dystopie, wie sie im Buche steht. Mit einer Protagonistin, die sich dem "Was auch immer" entgegenstellt.

Was habe ich bekommen? Auf jeden Fall nicht das, was ich mir erhofft hatte, bzw. was mir der Klappentext versprochen hat. Da steht nämlich dieser Satz: "Denn sie scheint die Einzige zu sein, die die Menschheit vor dem Aussterben bewahren kann". Dieser Satz ist schon mal so falsch, wie er falsch sein kann. In der ganzen Handlung wird Jessie nie ein einziges Mal als der alleinige Schlüssel zur Rettung der Menschheit genannt. Aber dazu gleich mehr.

Der Einstieg in das Buch gefiel mir eigentlich ganz gut. Die Autorin hat einen Schreibstil, der gut und flüssig zu lesen ist und verzichtet auf ausladende Beschreibungen. 
Der Leser bekommt aus der Sicht von Jessie mit, dass sie gefangen gehalten wird. Wer ihr Entführer ist, wird noch nicht verraten. Sie hat Stift und Papier in ihrem Zimmer und fängt an, ihre Geschichte aufzuschreiben und ab da beginnt der eigentliche Kern des Buches.

Jessies Welt unterscheidet sich fast überhaupt nicht von der, aus der heutigen Zeit. Einzige Veränderung ist der MTS-Virus, der alle Menschen befallen hat. Woher, warum, weshalb, wird im Buch nicht ausreichend besprochen und somit bleibt dieser Punkt für den Leser unzureichend erklärt. 
Die gesamte Zeit beim Lesen hatte ich nicht einen Moment das Gefühl, ich lese hier eine Dystopie oder einen Endzeitroman. Dazu war es einfach nie brenzlich genug. Den Menschen steht nicht unmittelbar der Tod bevor, denn der Virus sorgt erst einmal "nur" dafür, dass es ratsam ist, für eine gewisse Dauer nicht schwanger zu werden, bis ggf. ein Heilmittel gefunden wird.

Daraus resultiert leider, dass die Spannung gänzlich fehlt, auf die ich mich aber durch den spannend klingenden Klappentext, so gefreut habe. Da wurde ich in die Irre geführt.

Das hört sich jetzt alles relativ negativ an, aber ich glaube, wenn das Buch anderes angepriesen wäre, dann hätte man mit anderen Einstellungen und Erwartungen angefangen zu lesen. Die Problematik mit dem Virus ist gar nicht so uninteressant, besonders in dem Verlauf, wie sich unsere Protagonistin damit auseinandersetzt. Ihr geht das Schicksal der Frauen wirklich nahe und sie möchte gerne einen Beitrag leisten, um dem Zerfall der Menschheit entgegenzutreten....und hier liegt, wie schon oben erwähnt der Punkt, der so gar nicht stimmt. Warum ist sie die EINZIGE, die der Menschheit helfen kann? Hätte sie etwas Besonderes an sich, dass vielleicht ein Heilmittel mit sich bringen würde, dann könnte ich das ja einsehen. Aber sie ist NORMAL, wie jedes andere Mädchen und ihr "Beitrag" zur Rettung, kann auch von jedem anderen Mädchen durchgeführt werden.

Eine Ebene, auf der das Buch wirklich punkten kann, ist die Beziehung zwischen Jessie und ihren Eltern, insbesondere zu ihrem Vater. Ihr Vorhaben wird von ihren Eltern nicht gerade begrüßt und es entwickeln sich Konflikte, die stark in diesem Buch thematisiert werden. Da der Leser alles aus ihrer Sicht geschildert bekommt, kann man sich natürlich gut mit ihr auseinandersetzten. Sie besser verstehen, gleichzeitig aber auch mit Sicht auf die Eltern. Andere Nebencharaktere bleiben leider ziemlich blass.
Ebenfalls die (Macht)Verhältnisse zwischen Mann und Frau, werden in diesem Roman angesprochen.




 

Zu viel erwartet? Etwas anderes erwartet? Beides trifft zu. Wäre mir das Buch anders angepriesen worden, dann hätte ich mit ganz anderen Einstellungen an die Geschichte herangehen können. So musste ich leider feststellen, dass der Klappentext nur teilweise das verspricht, was ich auch wirklich bekommen habe. Von Dystopie/Endzeit würde ich nicht wirklich sprechen, weil die Bedrohung nie greifbar war. Zudem unterscheidet sich die Welt nur geringfügig von der Heutigen. Trotzdem hat dieses Buch einige Aspekte, die überzeugen können. Die Beziehung zwischen Eltern und Tochter war interessant mit anzusehen, besonders die Konflikte, die sie durchmachen. Im Endergebnis bin ich aber leider doch etwas enttäuscht und hatte mir einfach MEHR erhofft, bzw. etwas komplett anderes. Ich vergebe knappe 3/5 Punkten!


 

Quelle: http://lost-pages-time.blogspot.de/2013/05/das-testament-der-jessie-lamb-jane.html